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Montag, 2. November 2026

Von Klagen, leeren Kassen und dem Ideal globaler Solidarität.

Es fehlt in vielen Kassen: Sicherheit, Soziales, Bildung und so weiter. Es ist jeweils die amtierende Regierung, die es richten soll, was sich teilweise über Jahre und Jahrzehnte aufbaute oder vielleicht auch versäumt wurde. Aber man muss auch die Frage stellen: Was resultiert woraus? Viele Entwicklungen lassen sich über Jahre im Voraus berechnen. Aber je mehr Punkte in dieses Exempel einfließen, desto schwieriger wird es. Die Weltwirtschaft beispielsweise, von der vieles abhängt. Könnte man diese vorausberechnen? Entwicklungen und Tendenzen?Das nationale Wirtschaftswachstum läge bei Null, gäbe es die Rüstung als gegenwärtig einzig prosperierenden Faktor nicht. Die ganze Vision des Global Village funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Das aber ist Utopie. Es ist wie bei einem Jenga-Spiel: Wenn man aus diesem Gefüge einen Balken herauszieht, wird das ganze instabil. Einerseits liegt diesem ökonomischen Konstrukt der Gedanke eine Allianz zugrunde, die jeden vom Gesamten profitieren lässt. Andererseits führt dies zu dem Umstand, dass jeder von jedem abhängig ist. Wenn ein Einzelner nur einen anderen Rhythmus trommelt, seine eigene Interessen also vor die der weiterer Mitglieder stellt, gerät das Gefüge in Schräglage.

Und schlussendlich muss sich jeder die Frage stellen: Welchen Anteil hat jeder Einzelne an der Katastrophe, wenn man sie denn so nennen will? Not bemisst sich gern daran, dass es früher besser war. Die Not des Individuums daran, dass es der Nächste mehr hat. Ich glaube aber tatsächlich, dass dem Ganzen ein nicht vorhandenes Bewusstsein zugrunde liegt, das eine maßgebliche Veränderung der Lage an jedem Einzelnen Mitglied der Gesellschaft liegt. 
Nehmen wir als Beispiel die Medizin oder die Pflegeeinrichtungen: Viele haben sich die Taschen gefüllt, als es noch ging. 5.500 Euro für einen Pflegeheimplatz von mittlerem Standard. Eine Zahnbehandlung für 4.500 Euro. Jeder hat seinen Aufwand auf den jeweils Geringeren abgewälzt. Es ging der Gesellschaft über Jahrzehnte gut, ohne dass wir uns dessen bewusst waren. Geklagt wurde immer. Es wurde immer gefragt: Wo kann ich noch mehr für mich abgreifen, ohne zu fragen, woher es kommt?
Für mich steht an erster Stelle ein Bewusstsein, das wie erlangen müssen. Nicht also die größtmögliche Dividende, der Ertrag oder die Mär, dass allein im steten Wachstum das Heil besteht.  Nein,  die Solidarität untereinander und ein gewisses Maß an Verantwortung füreinander. Wir schreien unablässig nach dem Staat, wenn es um Verantwortung geht. Erlässt der Staat aber Regeln, wie beispielsweise während der Corona-Pandemie, schreien wir wieder nach Selbstverantwortung, die wir uns nicht nehmen lassen wollen.
Jeder sieht sich gern als Teil des Großen und Ganzen, wenn es um die Verteilung geht. Nur wenn es um die genannte Selbstverantwortung und Solidarität geht, reduziert sich der Radius der Wahrnehmung auf einen sehr kleinen Kreis. Jeder  sei für sich selbst verantwortlich.
Ich glaube nicht, dass unser gegenwärtiges Verhalten zur Verbesserung der Gesamtsituation, sei es im regionalen, sei es im nationalen oder auch globalen Sinne, zuträglich ist. Wir leben in einer Gemeinschaft. Die Probleme, die uns belasten, betreffen jeden. Also ist es an der Zeit, diese auch in gemeinschaftlicher Solidarität anzugehen, Kräfte zu bündeln und mit Energie und Entschlossenheit für eine Welt einzustehen, die auch in Zukunft einen sicheren Lebensraum für die Menschheit darstellt.