Donnerstag, 7. Mai 2026

"Man muss sich erinnern, um zu verhindern" (Elie Wiesel - Holocaustüberlebender)

Der 08. Mai. Ein  Tag, der in der deutschen Geschichte eine besondere Bedeutung einnimmt. Es war der Tag der Kapitulation Hitlerdeutschlands. Der Tag aber auch, an dem ein Wunder geschah.  Mit dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Kapitulation geschah, dieses Wunder. Von einem auf den anderen Augenblick gab es in Deutschland keine Nazis mehr. Niemand hat gewusst.  Niemand war Zeuge von irgendetwas. Niemand hat sich in irgendeiner Weise schuldig gemacht. Ein Volk von 66.000 Millionen unschuldiger Seelen. Wir wissen längst, dass es anders war. Jeder lud Schuld auf sich,  auf die eine oder andere Weise. Jene, die sich zum Geschöpft dessen machten was seit 1923 in jedem Bücherschrank zu lesen stand. Jene, die wegschaute.  
Nicht die Unmündigen.  Nicht jene, die vor diesen infernalischen Wahnsinn das Land verließen. Nicht jene wenigen, die Widerstand leisteten und hierfür Freiheit und Leben einsetzten. Der Rest aber, eine ganze Generation schuldiger. So lautet das Urteil.

Gedanken zur -Künstlichen Intelligenz-

Die künstliche Intelligenz ist der Endgegner jeglicher Authentizität. (Huey Colbringer)


Ich finde mich immer weniger zurecht in einer Welt, in der ich mich mit einem Computer unterhalten muss, wenn ich einen Termin vereinbaren möchte. Einer Welt, in der ich bei meinen täglichen Erledigungen von einem Automaten bedient werde. Einer Welt, in der mein Persönlichkeitsprofil anhand von elektronischen Impulsen aus Einsen und

Nullen errechnet wird.  Einer Welt, in der ich nicht nach meinem Sein bewertet werde, sondern daran, wie ich mich verkaufe. Einer Welt, in der ich  Nachteile erfahre, wenn meinem Denken und Handeln instinktive, mentale Wahrnehmung und Emotionen zugrunde

liegen. Einer Welt, in der Wahrheiten durch an Perfektion grenzende Lügen ersetzt

werden. Einer Welt, in der es keine unbeantworteten Fragen, keine Unmöglichkeiten mehr gibt. Einer Welt steten Zweifels, ob das, was ich sehe, real ist, oder nur eine schlechte Kopie dessen, was das Leben ausmacht. Einer Welt, die Lebensqualität größtenteils nach dem Spaßfaktor, dem Element eines entarteten materiellen Hedonismus, bewertet.

Sie stellen mir ein längeres Leben in Aussicht. Zu diesem Preis.

Samstag, 4. April 2026

Die Geister, die ich [rief...] rufe?

Ich wurde einmal gefragt, wenn ich die Möglichkeit hätte mit einer beliebige Person der Geschichte ein Gespräch zu führen; welche Person wäre dies? Zwar habe ich mir Gedanken gemacht, mich aber nicht festgelegt. Die Vorstellung, wenn auch reizvoll, schien mir für den Augenblick zu abstrakt.

Die Vorstellung heute jedoch, dass es, unter Bemühung dessen was wir -Künstliche Intelligenz- nennen, möglich wäre, lässt mich erschaudern.

Montag, 23. März 2026

"Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will" (Georg Herwegh 1893)

Arbeitskampf um sozialere Arbeitsbedingungen, gestern wie heute:

Gewerkschaften rufen zum Ausstand. Führen im Namen der Arbeiter Verhandlungen. Diese gehen mehr oder weniger darauf ein. Höhere Löhne werden gezahlt. Der Mehraufwand schlägt sich nieder in höheren Preisen der Produkte, die jene, die um höhere Löhne kämpften, wieder zahlen müssen. Der Mehrbetrag, um den sich der Lohn erhöhte, also nur ein Durchlaufposten. Die Betriebsführung aber bleibt aussen vor. Geringer Verzicht, denn mehr bedürfte es oft nicht, ist nicht vorgesehen.

Damals wie heute sind sie sich nicht bewusst der Tatsache, dass ohne den Arbeiter nichts funktioniert. Ihr Wohlstand basiert auf der Hände Arbeit derer, über die sie sich stellen.

Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Da sagt der Arme bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ (Brecht)

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Donnerstag, 19. März 2026

"Des Brot ich ess, des Lied ich sing...?"

Im Zusammenhang mit der Eklat um die Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises stellt sich wieder einmal die Frage, ob der Staat durch Subventionen, die er in den Kulturbetrieb investiert, Einfluss nehmen darf auf Programmgestaltung und Inhalte kulturellen Schaffens. Zitat:  „Wer durch die  Kunst den Staat und seine Organe in Frage stellt, wird von der Vergabe staatlicher Unterstützung ausgenommen.“ Die Antwort muss eindeutig – NEIN – lauten. Auch wenn man sich dieses Begriffs nicht bedient, handelt es sich hier eindeutig um Zensur, was gem. Artikel 5 der Verfassung einen Bruch mit derselben darstellt und somit unter allem Umständen zu unterlassen ist. Die Terminologie des Kulturstaatsministers, dem die Worte des vorherigen Zitats entstammen, spielt vor allem rechtsnationalen Kräften in die Hände, die eben durch diese Form gestalterischer Einflussnahme Raum zu schaffen gedenken. Raum schaffen für  Propaganda und subtile Indoktrination im Sinne Ihrer ideologischen Arbeit, mit der sie ihrerseits den Staat und seine Grundwerte unterwandern.

Nachtrag:

Doppelmoral ist, wenn der Staat eine linkspolitische Buchhandlung als Feind der Verfassung von der Vergabe des Deutschen Buchpreises ausschließt, eine rechtsnationale Partei aber, die sich offen gegen den Staat und seine Organe stellt, als Verfassungskonform klassifiziert. Am 08. März 2022 wurden über die AfD mit allen Ihren Organen vom Verwaltungsgericht Köln der Verdachtsfall bestätigt, die genannte Partei stelle sich durch Ihre Politik gegen Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte. Die Partei steht seither unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Trotz dieses Umstand setz sich die Finanzierung der AFD u.a. aus staatlichen Fördermitteln, die im letzten Jahr rund 10 Millionen Euro betrugen, zusammen.

Laut Aussage Wolfram Weimers, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, im Zusammenhang mit dem zuvor erwähnten Ausschluss linker Buchhandlungen von der Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises, kann eine Einrichtung, die sich gegen die Verfassung stellt, keine öffentlichen Fördermittel erhalten.