Im Zusammenhang mit der Eklat um die Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises stellt sich wieder einmal die Frage, ob der Staat durch Subventionen, die er in den Kulturbetrieb investiert, Einfluss nehmen darf auf Programmgestaltung und Inhalte kulturellen Schaffens. Zitat: „Wer durch die Kunst den Staat und seine Organe in Frage stellt, wird von der Vergabe staatlicher Unterstützung ausgenommen.“ Die Antwort muss eindeutig – NEIN – lauten. Auch wenn man sich dieses Begriffs nicht bedient, handelt es sich hier eindeutig um Zensur, was gem. Artikel 5 der Verfassung einen Bruch mit derselben darstellt und somit unter allem Umständen zu unterlassen ist. Die Terminologie des Kulturstaatsministers, dem die Worte des vorherigen Zitats entstammen, spielt vor allem rechtsnationalen Kräften in die Hände, die eben durch diese Form gestalterischer Einflussnahme Raum zu schaffen gedenken. Raum schaffen für Propaganda und subtile Indoktrination im Sinne Ihrer ideologischen Arbeit, mit der sie ihrerseits den Staat und seine Grundwerte unterwandern.
Standpunkte...
"Ohne das Gefühl der Zugehörigkeit zu den Bedrohten wäre ich ein sich selbst aufgebender Flüchtling vor der Wirklichkeit." Jean Améry
Donnerstag, 19. März 2026
Samstag, 28. Juni 2025
Gedanken über soziales Netzwerken
"In der Soziologie bezeichnet soziales Netzwerk ein Netzwerk zwischen mehreren Personen, das als wechselseitiges Interaktionsgeflecht abgebildet wird"
Die Realität:
Sie sagen, es wird immer schwieriger, in unserem Alter zu finden. Auf einander aufmerksam zu werden. Nutzen zu diesem Zweck die sogenannten sozialen Netzwerke, Partnerportale, die mittels Fotos und Erfolgsstorys glücklicher Menschen ein Idyll versprechen, dass vordergründig dem kommerziellen Charakter dieser Portale dient. Sie hoffen, Aufmerksamkeit zu erlangen durch mehr oder weniger kreativ gestaltete Selbstdarstellungen. Suchen anhand aufgelisteter Interessen und Eigenschaften des anderen nach Übereinstimmungen, anhand derer sich eine Art anfängliche Sympathie ergibt.
Die Alternative:
Er saß am Nachbartisch, ihr schräg gegenüber. Trank seinen Kaffee, las die Zeitung. Er war auffallend gut gekleidet. Anhand der Bestellung, die er der Bedingung aufgab, erkannte sie eine ansprechende Stimme.Ein mildes, aber charmantes Lächeln, mit dem er die Freundlichkeit seiner Bestellung nach einen Stück Kuchen ergänzte. Als er seinen Blick zur Zeitung zurücklenkte, trafen sich ihre Blicke. Das Lächeln, ein leichtes Kopfnicken, galt nun ihr. Als aufmerksame Beobachterin blieb es ihr nicht verborgen, dass er die Zeitung nicht mehr mit derselben Konzentration las wie zuvor. Seine rechte Hand trug keinen Ring. Jetzt musste etwas erfolgen. Eine Art Offensive ihrerseits? Seinerseits? „Verzeihen sie, darf ich sie auf einen Kaffee einladen?“ Die Worte trafen sie fast unvermittelt, als sie sich in Gedanken verstieg, die nie der Realität hätten entsprechen können. Und doch geschah es...
Resümee
Keine Barriere eines kleines elektronischen Gerätes, mittels dessen man glaubt, der Welt und ihren Ereignissen näher zu sein. Die tatsächlich aber die Kluft zwischen den Menschen immer größer werden lässt. Nur das, was von dem Menschen selbst ausgeht. Das ausgeht und empfangen wird durch mentale Wahrnehmung. Keine Listen, die man abarbeitet nach etwaigen Berührungspunkten und Merkmalen, die einem behagen oder eben nicht. Einfach nur das, was wir im Augenblick fühlen. Das Unerklärbare, das nicht unablässig nach Antworten sucht. Antworten, die in uns selbst liegen.
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Dienstag, 24. Juni 2025
Gedanken zum zivilen Ungehorsam.
Sie können Gesetze schaffen, die uns heißen, in ihrem Namen in den Krieg zu ziehen. Können uns befehlen, in blindem Gehorsam die Waffen auf Menschen zu richten. Zu töten. Sie können uns aber nicht zwingen, diesem Gehorsam nicht zu entsagen. Zwingen, keinen Widerstand zu leisten. Die Waffen nicht niederzulegen Dem Nächsten, sie nennen ihn Feind, nicht die Hand zu reichen.
Sie verweisen
auf das Pfand, das wir dem Staate schulden. Schulden wofür? Das
jene, die durch das Wohlwollen des Souveräns in Amt und Würden
gelangten, dieses Privileg schamlos missbrauchen?
Mein Appell
richtet sich an jeden, der willens ist, sich zum Geschöpf einer
menschenverachtenden Politik zu machen. Sich für diese Politik in
Dienst zu stellen im Handwerk des Tötens. Ich werde mich keinem
Gesetzt unterwerfen, dass mich zwingt, gegen meine persönliche
Überzeugung im Sinne einer Globalen humanistisch, sozialen
Gesellschaftsordnung zu handeln.
Ein
Politiker, der sich nicht versteht auf die hohe Kunst der Diplomatie,
ist für diese Position unqualifiziert.
Ich werde keine Gewalt
ausüben im Sinne meiner Ideale. Schlage sie nicht mit Rohheit und
Drohgebärden. Ich werde meine Hand nicht erheben, noch die Faust
in der Tasche ballen. Ich werde der Dummheit mein eigenes Beispiel
entgegenstellen.
Und kostete es mich meine Freiheit.
Samstag, 21. Juni 2025
Sonntag, 25. Mai 2025
Eiszeit
Man denkt darüber nach, mittels KI-unterstützter Personenüberwachung im öffentlichen Raum, Verhaltensauffälligkeiten schneller zu erkennen, entsprechend handeln zu können und auf diese Weise Straftaten und Übergriffigkeiten zu verhindern. Dies stellt für mich keinen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit dar. Das ist für mich die blanke Hysterie. Der Überwachungs- respektive Polizeistaat in Vollendung.
Was wertet man
denn als Verhaltensauffälligkeit? Ein Mann greift sich im
Menschengemenge in die Manteltasche. Scheint etwas hervorzuholen, lässt
dann aber von seinem Vorhaben ab, um im nächsten Augenblick erneut in
die Tasche zu greifen. Er schaut sich auffällig oft um, wirkt
verunsichert. Tatsächlich handelt es sich um einen Reisenden, der sich
nach der Anzeigetafel im Bahnhof umschaut, seinen Zug zu versäumen
fürchtet, nach seinem Telefon in der Tasche greift. Statt im Zug,
findet er sich wenig später in einer Polizeikontrolle wieder. Zug
verpasst. Ein Opfer, das man bereit sein muss zu leisten im Dienste der
Sicherheit.
Bei aller Tragik der Ereignisse, die sich vor wenigen
Tagen im Hamburger Hauptbahnhof zutrugen - eine nachweislich psychisch
gestörte Person sticht wahllos auf Menschen ein. Verletzt zwei Menschen
schwer, sechzehn weitere erleiden leichtere Verletzungen. Solche Dinge
geschehen in der Öffentlichkeit. Vielmehr sollte man sich die Frage
stellen, warum geschieht es? Woraus resultiert solch ein Verhalten? Was
liegt dem zugrunde. Ein namhafter Jurist, bekannt durch zahlreiche
Publikationen und Fallanalysen, sagte einmal: „Jeder Täter war
irgendwann einmal Opfer.“ Eine Aussage, die weitgehend Unverständnis
hervorruft. Ein Täter, gleich wessen er sich schuldig macht, hat die
Konsequenzen für sein Handeln zu tragen. Weggesperrt zum Zwecke des
Schutzes der Öffentlichkeit, Die einfachste Formel. Vor allem eine,
mittels der wir uns selbst aus der Verantwortung stehlen.
Gleichermaßen
aber auch die wirkungsloseste, glaubt man Statistiken, die die
nachhaltige Wirksamkeit von Strafen als abschreckende Maßnahme in Frage
stellen.
Für
mich beginnt die Verhinderung von Straftaten an ganz anderer Stelle.
In der Bedeutung und Umsetzung eines Begriffes, der im heutigen
Sprachgebrauch kaum mehr Anwendung findet, und wenn, bestenfalls darin,
dass wir den Mangel dessen bei anderen erkennen. Nicht aber bei uns
selbst. Die Rede ist von einer funktionierenden Solidargemeinschaft.
Verantwortung füreinander. Einander sehen und erkennen, was geschieht.
Was ich tun kann, Wie ich Hilfe leisten kann.
Vielleicht sollte man Überwachungsmechanismen für so etwas entwickeln. Mechanismen, die erkennen, ab wann ein Mensch sein Menschsein verliert in dieser Abwärtsspirale aus stetem Wettbewerb, Konsumterror und künstlich generierter Angst, die wir als solche kaum erkennen.



