Mittwoch, 13. Mai 2026

"Dulce et decorum est pro patria mori" (Horaz: 65 - 8 v.Ch) Ruhm und ehrenvoll ist es, fürs Vaterland zu sterben?

Ein Info-Stand, an einem sonnigen Samstag-Nachmittag, auf dem Marktplatz der keinen Stadt. Ein Info-Stand der Bundeswehr, der jungen Leuten, künftigen Schulabgängern, den Dienst an der Waffe, für den sie freilich eine medial wirksamere Formulierung finden, schmackhaft machen soll. Sie tun es mit markigen Worten. Mit Hochglanzbroschüren, die gestylte Soldaten*innen in heldenhafter Pose zeigen. Mit Laufballons, Schlüsselanhängern und Bonbons. Sie sprechen von allgegenwärtiger Bedrohung westlicher Werte, gegen die es gilt sich zu rüsten.


Mit fallen die Worte Marcus Tuillos Ciceros (+43 v.Ch.) ein: „Ich mahne unablässig zum Frieden: dieser, auch ein ungerechter, ist besser als der gerechteste Krieg!“


Sie rufen auf, unsere Freiheit zu verteidigen. Meine Freiheit oder das, was ich als Freiheit erachte, ist weder bedroht noch eingeschränkt. Sie liegt nicht in der steten Möglichkeit hinzugehen, wohin immer ich möchte. Liegt nicht darin, über alles in unbegrenztem Maße verfügen zu können. Sie liegt für mich nicht mal darin, meine Meinung und Gedanken öffentlich zu äußern. Sie liegt in meinem Kopf, in meinem Denken selbst. Und sollte mich etwas daran hindern, sie nach außen zu tragen, so werde ich sie in meinem Kopf bewahren.

Niemals aber werde ich mich herablassen, es ihnen gleichzutun, indem ich eine Waffe gegen sie richte.

Aber auch Ihm werde ich nicht mehr zuhören. Dem Pöbel in seinem Geschrei. Dem Geschrei nach immer mehr. Immer mehr, ungeachtet dessen, wo es herkommt. Wer oder was es ermöglicht. Ihrem Unvermögen allein liegt alles Leid zugrunde. Nicht der Unfähigkeit derer, wie sie meinen, die dem Anspruch nicht entsprechen, dem sie selbst nicht genügen.
In keiner Form militärischer Bedrohung liegt die Gefahr derer sich zu erwehren ist. Ausschließlich in der Dummheit derer, die Blind sind.

„Wie selbst sind die Ursache. Wir selbst sind der Preis“






Donnerstag, 7. Mai 2026

"Man muss sich erinnern, um zu verhindern" (Elie Wiesel - Holocaustüberlebender)

Der 08. Mai. Ein  Tag, der in der deutschen Geschichte eine besondere Bedeutung einnimmt. Es war der Tag der Kapitulation Hitlerdeutschlands. Der Tag aber auch, an dem ein Wunder geschah.  Mit dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Kapitulation geschah, dieses Wunder. Von einem auf den anderen Augenblick gab es in Deutschland keine Nazis mehr. Niemand hat gewusst.  Niemand war Zeuge von irgendetwas. Niemand hat sich in irgendeiner Weise schuldig gemacht. Ein Volk von 66.000 Millionen unschuldiger Seelen. Wir wissen längst, dass es anders war. Jeder lud Schuld auf sich,  auf die eine oder andere Weise. Jene, die sich zum Geschöpft dessen machten was seit 1923 in jedem Bücherschrank zu lesen stand. Jene, die wegschaute.  
Nicht die Unmündigen.  Nicht jene, die vor diesen infernalischen Wahnsinn das Land verließen. Nicht jene wenigen, die Widerstand leisteten und hierfür Freiheit und Leben einsetzten. Der Rest aber, eine ganze Generation schuldiger. So lautet das Urteil.

Gedanken zur -Künstlichen Intelligenz-

Die künstliche Intelligenz ist der Endgegner jeglicher Authentizität. (Huey Colbringer)


Ich finde mich immer weniger zurecht in einer Welt, in der ich mich mit einem Computer unterhalten muss, wenn ich einen Termin vereinbaren möchte. Einer Welt, in der ich bei meinen täglichen Erledigungen von einem Automaten bedient werde. Einer Welt, in der mein Persönlichkeitsprofil anhand von elektronischen Impulsen aus Einsen und

Nullen errechnet wird.  Einer Welt, in der ich nicht nach meinem Sein bewertet werde, sondern daran, wie ich mich verkaufe. Einer Welt, in der ich  Nachteile erfahre, wenn meinem Denken und Handeln instinktive, mentale Wahrnehmung und Emotionen zugrunde

liegen. Einer Welt, in der Wahrheiten durch an Perfektion grenzende Lügen ersetzt

werden. Einer Welt, in der es keine unbeantworteten Fragen, keine Unmöglichkeiten mehr gibt. Einer Welt steten Zweifels, ob das, was ich sehe, real ist, oder nur eine schlechte Kopie dessen, was das Leben ausmacht. Einer Welt, die Lebensqualität größtenteils nach dem Spaßfaktor, dem Element eines entarteten materiellen Hedonismus, bewertet.

Sie stellen mir ein längeres Leben in Aussicht. Zu diesem Preis.

Samstag, 4. April 2026

Die Geister, die ich [rief...] rufe?

Ich wurde einmal gefragt, wenn ich die Möglichkeit hätte mit einer beliebige Person der Geschichte ein Gespräch zu führen; welche Person wäre dies? Zwar habe ich mir Gedanken gemacht, mich aber nicht festgelegt. Die Vorstellung, wenn auch reizvoll, schien mir für den Augenblick zu abstrakt.

Die Vorstellung heute jedoch, dass es, unter Bemühung dessen was wir -Künstliche Intelligenz- nennen, möglich wäre, lässt mich erschaudern.

Montag, 23. März 2026

"Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will" (Georg Herwegh 1893)

Arbeitskampf um sozialere Arbeitsbedingungen, gestern wie heute:

Gewerkschaften rufen zum Ausstand. Führen im Namen der Arbeiter Verhandlungen. Diese gehen mehr oder weniger darauf ein. Höhere Löhne werden gezahlt. Der Mehraufwand schlägt sich nieder in höheren Preisen der Produkte, die jene, die um höhere Löhne kämpften, wieder zahlen müssen. Der Mehrbetrag, um den sich der Lohn erhöhte, also nur ein Durchlaufposten. Die Betriebsführung aber bleibt aussen vor. Geringer Verzicht, denn mehr bedürfte es oft nicht, ist nicht vorgesehen.

Damals wie heute sind sie sich nicht bewusst der Tatsache, dass ohne den Arbeiter nichts funktioniert. Ihr Wohlstand basiert auf der Hände Arbeit derer, über die sie sich stellen.

Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Da sagt der Arme bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ (Brecht)

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