Seiten

Sonntag, 21. Juni 2026

Komplize (s)eines Aufbruchs...

Irgendwann kam er auf die Idee, einen Koffer zu erwerben. Nicht einen derer, die man heute hinter sich herzieht.  Einen aus Kunststoff, in modischen Farben und Design.  Nein, es sollte einer der Art sein, wie man sie zu früheren Zeiten hatte.  Ein Lederkoffer. Nicht, dass er ihn zum Zeitpunkt des Kaufes dringlich gebraucht hätte.  Es war eher symbolischer Natur. Und doch sollte er für den Tag bereitstehen, in gepacktem Zustand, mit den nötigsten Dingen, die es braucht, um zu gehen, ohne zum Zeitpunkt des Aufbruchs zu wissen, wohin.  

So war sein Plan.  Er versah ihn mit einigen Büchern. Mit Schreibutensilien und einigen dieser Kladden, die ihm seit Jahren als Tagebuch dienten, das er in gewissenhafter Gewohnheit führte. Mit einigen Kleidungsstücken und Toilettenartikeln.  Festen Schuhen und zwei Flaschen Wein, mit denen er die Ankunft an eben diesem unbekannten Ort, vielleicht in Gesellschaft eines Freundes, der der ihn dort erwartete,  zu feiern gedachte. 

Er deponierte ihn in diesem Zustand in seinem Zimmer.  In greifbarer Nähe.  In Sichtweite, so dass er immer vor Augen hatte, was noch keinen Zeitpunkt kannte. Er wusste, dieser Tag würde kommen. Er würde sich ankündigen und wenn es dann soweit war, wäre er bereit...

Mittwoch, 13. Mai 2026

"Dulce et decorum est pro patria mori" (Horaz: 65 - 8 v.Ch) Ruhm und ehrenvoll ist es, fürs Vaterland zu sterben?

Ein Info-Stand, an einem sonnigen Samstag-Nachmittag, auf dem Marktplatz der keinen Stadt. Ein Info-Stand der Bundeswehr, der jungen Leuten, künftigen Schulabgängern, den Dienst an der Waffe, für den sie freilich eine medial wirksamere Formulierung finden, schmackhaft machen soll. Sie tun es mit markigen Worten. Mit Hochglanzbroschüren, die gestylte Soldaten*innen in heldenhafter Pose zeigen. Mit Laufballons, Schlüsselanhängern und Bonbons. Sie sprechen von allgegenwärtiger Bedrohung westlicher Werte, gegen die es gilt sich zu rüsten.


Mit fallen die Worte Marcus Tuillos Ciceros (+43 v.Ch.) ein: „Ich mahne unablässig zum Frieden: dieser, auch ein ungerechter, ist besser als der gerechteste Krieg!“


Sie rufen auf, unsere Freiheit zu verteidigen. Meine Freiheit oder das, was ich als Freiheit erachte, ist weder bedroht noch eingeschränkt. Sie liegt nicht in der steten Möglichkeit hinzugehen, wohin immer ich möchte. Liegt nicht darin, über alles in unbegrenztem Maße verfügen zu können. Sie liegt für mich nicht mal darin, meine Meinung und Gedanken öffentlich zu äußern. Sie liegt in meinem Kopf, in meinem Denken selbst. Und sollte mich etwas daran hindern, sie nach außen zu tragen, so werde ich sie in meinem Kopf bewahren.

Niemals aber werde ich mich herablassen, es ihnen gleichzutun, indem ich eine Waffe gegen sie richte.

Aber auch Ihm werde ich nicht mehr zuhören. Dem Pöbel in seinem Geschrei. Dem Geschrei nach immer mehr. Immer mehr, ungeachtet dessen, wo es herkommt. Wer oder was es ermöglicht. Ihrem Unvermögen allein liegt alles Leid zugrunde. Nicht der Unfähigkeit derer, wie sie meinen, die dem Anspruch nicht entsprechen, dem sie selbst nicht genügen.
In keiner Form militärischer Bedrohung liegt die Gefahr derer sich zu erwehren ist. Ausschließlich in der Dummheit derer, die Blind sind.

„Wie selbst sind die Ursache. Wir selbst sind der Preis“