Über mich

„Wenn jeder wartet bis der andere anfängt.“
(Sophie Scholl 1939)




Ich erinnere mich an eine Unterhaltung mit
einem Freund zum Thema Leserbriefe in Printmedien, die wir vor einiger Zeit führten. Die Frage war: Warum überhaupt Leserbriefe? Welchen Nutzen, welchen Zweck verbindet man mit ihnen? Dienen sie nicht vordergründig der Selbstdarstellung? Der Befriedigung einer gewissen Eitelkeit, seinen Namen auflagenstark in regionalen, respektive überregionalen Medien zu sehen? Ihm selbst, dem erwähnten Freund, erschloss sich die Sinnhaftigkeit dieses Mediums hierüber hinaus nicht.

Die selbe Frage stellt sich nun, wenn man die Sinnhaftigkeit eines Blogs wie diesen hinterfragt. Wer liest es, wen interessiert es? Hier bediene ich mich der einleitenden Worte des ersten Flugblatts der "Weißen Rose" einem kleinen Kreis von couragierten jungen Menschen , die ihre Stimme gegen eine Macht erhoben, die in 12 jähriger Gewaltherrschaft etwas bewirkte, das wie heute als Zivilsationsbruch bezeichnen. Was haben sie riskiert, was haben sie geopfert? Was tun wir heute gegen Ungleichheit, staatliche und wirtschaftliche Willkür, Manipulation und Bevormundung? Was gegen Dummheit und ihre Folgen? Sie, die erwähnten Widerständler , die sich gegen Terror und Unrecht stellten, bezahlten mit mit ihrer Freiheit, mit ihrem Leben. Heute ist das schlimmste, was geschieht, was uns entgegentritt, ein Kopfschütteln oder spöttisches Lachen derer, die den Wert des öffentlichen Wortes, der Zivilcourage oder auch des zivilen Ungehorsames  nicht erfassen oder erfassen wollen. 

Winston Churchill hat einmal gesagt: „Ja, die Demokratie hat Schwächen; und nein, es gibt keine bessere Alternative, da alles, was wir schon hatten, schlechter war.“
Wir haben Staatsformen erlebt, die jedes freie Wort, jeden freie Gedanken systematisch unterminierten. Angesicht dieser Tatsache ist jede Form der Passivität schändlich und verurteilenswürdig. Angesicht dessen, das Menschen für das, was wir heute Freiheit nennen, Gesundheit und Leben riskierten, haben wir kein Recht auf Passivität angesichts sich abzeichnender Strömungen und Tendenzen in eine Richtung, die niemals mehr gewollt sein darf.

Aus diesem Grund ist es von unsagbarer Wichtigkeit, sich einzubringen, seine Stimme zu erheben, aufzubegehren mit allen gebotenen Mitteln.
Wir sind es denen schuldig, die das Privileg der Freiheit, für die sie kämpften, selbst nicht erfuhren. Wir sind es denen schuldig, in deren Hände wir das Gut der Freiheit legen. 


Darum betreibe ich diesen Blog. Darum werde ich nicht müde, meine Stimme zu erheben gegen alles, was diesen Gedanken in Frage stellt. Nicht aus Eitelkeit oder Geltungsbedürfnis. Aber basierend auf einem Ideal. Dem Ideal der Vernunft die am Ende obsiegen wird.