Freitag, 2. November 2018

Frankfurter Buchmesse ohne „rechte Ecke“


Soweit die Worte Jürgen Boos‘, dem Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse, im Vorfeld des diesjährigen Medienereignisses.

Eine klare Positionierung, die Boos in seiner Eröffnungsrede am 10.10.2018 noch einmal mit den Worten bekräftigte: „Wer unsere Bühnen missbraucht und die Frankfurter Buchmesse dafür instrumentalisiert, Positionen in die Welt zu bringen, die die Freiheit aufs Spiel setzen, dem widersprechen wir sofort und vehement.“
Dem entgegen steht der Inhalt eines Artikels der FAZ vom 11.10.2018, in dem Boos rechtfertigt, zwei Verlage aus dem rechten Spektrum zugelassen zu haben. Ich sehe hierin einen deutlichen Widerspruch, insbesondere im Hinblick auf das diesjährige Motto der Buchmesse „on the same page“, das dem 70. Jahrestag der Charta der Menschenrechte voransteht. Menschenrechte und rechtsnationalistisches Gedankengut stellen für mich zwei Faktoren dar, die im denkbar größten Gegensatz zueinander stehen. Verlagsanstalten, die dieses Gedankengut publizieren, haben für mich keinerlei Existenzberechtigung, weder in der Gesellschaft noch auf einer Veranstaltung, die mit ihrem Namen für Liberalismus und freiheitlich-demokratische Grundordnung steht.

In kritischen Verlautbarungen zur Zulassung dieser Verlage fiel von Seiten der Messeleitung der Begriff Zensur, die niemals ein probates Mittel des Widerstands, auch nicht gegen rechts, sein dürfe. Wenn aber die Folge an Boden gewinnender rechter Politik, nicht zuletzt auch durch die Verbreitung rechts ideologischer Literatur, am Ende die Beschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit, soweit sie nicht dieser Ideologie entspricht, bedeutet, sie also einer der höchsten Werte des demokratischen Rechtsstaates einzuschränken beabsichtigt, halte ich es nur für angemessen, diesen Kräften keinerlei Medium zu bieten.