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Dienstag, 6. Januar 2026

Menschen 60

Mit einem Lächeln und einen dahingeflöteten „Viel Freude“ entließ mich die Kassiererin an der Kinokasse, bei der ich ein Billett für den Film erwarb. Mit einem lachenden „Viel Spaß bei der Vorstellung“ trennte sich meine Gesprächspartnerin im Foyer des Theaters, mit der ich vor Beginn der Vorstellung kurz ins Gespräch kam. Im Kino war es ein Film über das Grauen des Nationalsozialismus, der angekündigt wurde mit besonders authentischen Bildern. Im Theater ein Stück über einen Mann, der aus unmenschlichen Haftbedingungen einen Brief verfasste an Jenen, der ihn in seiner Liebe zu ihm verriet. Viel Spaß beim Film. Viel Freude beim Stück.
Was liegt diesen Äußerungen zugrunde? Gleichgültigkeit? Oder der Anspruch hedonistischer Unterhaltungsmaßstäbe, deren unablässiges Streben nach Lustgewinn gar nichts anderes zulässt?