Ein Info-Stand, an einem sonnigen Samstag-Nachmittag, auf dem Marktplatz der keinen Stadt. Ein Info-Stand der Bundeswehr, der jungen Leuten, künftigen Schulabgängern, den Dienst an der Waffe, für den sie freilich eine medial wirksamere Formulierung finden, schmackhaft machen soll. Sie tun es mit markigen Worten. Mit Hochglanzbroschüren, die gestylte Soldaten*innen in heldenhafter Pose zeigen. Mit Laufballons, Schlüsselanhängern und Bonbons. Sie sprechen von allgegenwärtiger Bedrohung westlicher Werte, gegen die es gilt sich zu rüsten.
Mit fallen die Worte Marcus Tuillos Ciceros (+43 v.Ch.) ein: „Ich mahne unablässig zum
Frieden: dieser, auch ein ungerechter, ist besser als der gerechteste
Krieg!“
Sie rufen auf, unsere
Freiheit zu verteidigen. Meine Freiheit oder das, was ich als
Freiheit erachte, ist weder bedroht noch eingeschränkt. Sie liegt
nicht in der steten Möglichkeit hinzugehen, wohin immer ich möchte.
Liegt nicht darin, über alles in unbegrenztem Maße verfügen zu
können. Sie liegt für mich nicht mal darin, meine Meinung und
Gedanken öffentlich zu äußern. Sie liegt in meinem Kopf, in meinem
Denken selbst. Und sollte mich etwas daran hindern, sie nach außen
zu tragen, so werde ich sie in meinem Kopf bewahren.
Niemals aber werde ich mich herablassen, es ihnen gleichzutun, indem ich eine Waffe gegen sie richte.
Aber auch Ihm werde ich nicht
mehr zuhören. Dem Pöbel in seinem Geschrei. Dem Geschrei nach
immer mehr. Immer mehr, ungeachtet dessen, wo es herkommt. Wer oder
was es ermöglicht. Ihrem Unvermögen allein liegt alles Leid
zugrunde. Nicht der Unfähigkeit derer, wie sie meinen, die dem
Anspruch nicht entsprechen, dem sie selbst nicht genügen.
In
keiner Form militärischer Bedrohung liegt die Gefahr derer sich zu
erwehren ist. Ausschließlich in der Dummheit derer, die Blind sind.
„Wie selbst sind die Ursache. Wir selbst sind der Preis“